Knapp 60 Personen orientierten sich √ľber die Eckpunkte des Curriculum 2020 und diskutierten mit.

Am 20. September 2018 trafen sich rund 60 Interessierte am Zentrum f√ľr Weiterbildung der Universit√§t Z√ľrich, um mehr √ľber den Stand der Arbeiten im Projekt ¬ęDetailplanung Curriculum 2020¬Ľ zu erfahren. Die ganzt√§tige Veranstaltung war in drei Teile gegliedert. Sie bot insbesondere mit den f√ľnf Thementischen, an denen w√§hrend knapp zwei Stunden in kleineren Gruppen diskutiert werden konnte, viel Gelegenheit zum Austausch von Ideen und Meinungen.

Vorstellung der Ergebnisse und Vorschläge

Im ersten Teil orientierten die Leitenden der verschiedenen Arbeitsgruppen √ľber die erarbeiteten Konzepte und Informationen. Diese Themen wurden vorgestellt:

  • Philosophie und Motivation des Curriculum 2020
  • Vet-Profiles und die Strukturierung des Studiengangs, Schwerpunkt Studienjahre 1‚Äď4
  • Das 5. und 6. Studienjahr
  • Feedback-Kultur und Assessment-Formate
  • Projektaktivit√§ten der Studierenden

Mehr dazu in der Präsentation, die hier einsehbar ist (download Präsentation, pdf, 3.0 MB).

Ausgangspunkt f√ľr die Arbeit an einem neuen Curriculum waren Befunde aus Akkreditierung, Evaluation und Umfragen zum bestehenden Studium. Das heutige, grunds√§tzlich als gut befundene Curriculum weist in einigen Punkten Schwachstellen auf, die mit dem Curriculum 2020 behoben werden sollen. (siehe dazu auch: erste Projektinformation vom 5. Juni 2018). Es sind dies vor allem die Punkte Verbindung von Theorie und Praxis, Selbst√§ndigkeit und Teamf√§higkeit der Studierenden, kommunikative Kompetenzen und √∂konomische Zusammenh√§nge. Zudem sollte auch die wissenschaftliche Basis gest√§rkt und der Erstellung der Masterarbeit, als wichtige Basis f√ľr die Doktorarbeit, mehr Raum zugewiesen werden.

Strukturelle Veränderungen

Um die angestrebten Verbesserungen zu erreichen, werden die folgenden Veränderungen vorgeschlagen:

  • Erweiterung der Praxisausbildung durch externe Praktika: Die im Studium vermittelten wissenschaftlichen Grundlagen sollen in weiteren Praktika, von denen mehrere auch ausserhalb der Vetsuisse-Fakult√§t, in Tierarztpraxen oder anderen Institutionen absolviert werden sollen, vertieft und einge√ľbt werden. Die externen Tier√§rzte der verschiedenen Berufsrichtungen haben positiv auf entsprechende Anfragen reagiert, so dass mit grosser Wahrscheinlichkeit ausreichend Praktikumspl√§tze bereit gestellt werden k√∂nnen.
  • Unterst√ľtzung des Studienfortschritts in den Praktika durch systematisches formatives Feedback (E-Pass):Gerade wenn vermehrt auch externe Praktika absolviert werden sollen, ist ein gutes und systematisch dokumentiertes Feedback dazu notwendig. Die Studierenden werden bei ihren T√§tigkeiten begleitet, beobachtet und erhalten ein qualitatives Feedback. Das derzeit im Teststadium befindliche Tool ¬ęE-Pass¬Ľ bietet hier den beteiligten Praxis-Tier√§rztinnen und -Tier√§rzten, den Studierenden und den Studienverantwortlichen der Vetsuisse-Fakult√§t eine einfach handhabbare und aussagekr√§ftige Dokumentationsm√∂glichkeit.
  • Erweiterung um ein 6. Studienjahr: Die zus√§tzlichen externen Praktika, mehr Zeit f√ľr die Erstellung der Masterarbeit und ausreichend Zeit f√ľr die Vorbereitung der Schlusspr√ľfungen machen es notwendig, das Studium um ein 6. Jahr zu erweitern.
  • Integrale Strukturierung von 5. und 6. Studienjahr:Das vorgeschlagene Modell mit zus√§tzlichen (externen) Praktika sieht √ľber das 5. und 6. Studienjahr eine flexible Gruppeneinteilung vor, so dass die Anforderungen der Kliniken (ausreichend Pl√§tze, angemessene Pr√§senz, kein bis wenig zus√§tzlicher Aufwand) und die Bed√ľrfnisse der Studierenden (Vorbereitung auf Pr√ľfungen, ausreichend Zeit f√ľr Selbststudium und Masterarbeit, Ferienzeit, unterschiedliche Masterarbeitsthemen) abgedeckt werden k√∂nnen.
  • Anpassungen an den Studienjahren 1‚Äď4:In den ersten vier Studienjahren sollen weitere Kompetenzen (Kommunikation, wissenschaftliches Arbeiten) explizit aufgebaut und einige zus√§tzliche Themen in geeigneter Form (VPH, Gefl√ľgelkrankheiten) fr√ľhzeitig vermittelt werden. Zudem ist der Kontakt zur Klinik schon zu einem fr√ľheren Zeitpunkt im Studium vorgesehen. Andere Themen k√∂nnen in ein h√∂heres Studienjahr verschoben werden, so dass Raum f√ľr die zus√§tzlichen Themen geschaffen werden kann. (Siehe hierzu die Seiten 24‚Äď28 der Pr√§sentation).
  • Optimierung der Assessmentformate unter Ber√ľcksichtigung des angestrebten Kompetenzerwerbs:Die Studierenden bearbeiten und lernen im Verlauf des Studiums viele verschiedene Themen und erwerben sich dabei vielseitige Kompetenzen. Die heutigen Assessmentformate gehen auf einige dieser Kompetenzen nicht ausreichend ein. Eine Projektgruppe hat eine systematische Zusammenstellung von Assessmentformaten und deren Eignung f√ľr die Beurteilung der verschiedenen Kompetenzen erarbeitet. Diese hilft dabei, formative und die summative Dimensionen von Pr√ľfungen zu optimieren. Siehe: die informativen Poster zum Thema Assessments.
  • Verbesserungen bei der Verankerung des Selbststudiums in den Modulen:Das heute in verschiedenen Modulen und Veranstaltungen vorgesehene Selbststudium der Studierenden kann deren Lernen besser unterst√ľtzen, wenn es klar und √ľber die Module hinweg koordiniert im Studium verankert ist. Daf√ľr hat eine Projektgruppe eine begriffliche Kl√§rung vorgenommen und eine hilfreiche Systematisierung erarbeitet.
  • Erm√∂glichung von studentischem Lernen in Projektform: Auch das Arbeiten in Projektform unterst√ľtzt das Lernen der Studierenden und erweitert die M√∂glichkeiten des Kompetenzerwerbs. Daf√ľr sind unterschiedliche Realisierungsformen denkbar. Hilfreich sind einf√ľhrende Informationen in das Arbeiten in Projektform, begleitende Austausch- und Supportangebote sowie abschliessende Pr√§sentationen und Diskussionen. Denkbar ist auch, dass f√ľr die Studienjahre 1‚Äď4 so genannte Projektwochen eingef√ľhrt werden, in denen interdisziplin√§r an verschiedenen Themen gearbeitet werden kann. Die Detailplanung hat zu diesem Aspekt organisatorische Frage gekl√§rt, so dass in der weiteren Curriculumentwicklung diskutiert werden kann, ob und wie Projekte innerhalb einzelner Veranstaltungen oder Module oder als Projektwochen optional erm√∂glicht werden k√∂nnen.

Das Curriculum 2020 zwischen Neu- und Weiterentwicklung

Im Verlauf der Projektarbeit konnte auch bestimmt werden, welche Anpassungen einen Beschluss von Vetsuisse-Fakult√§t und Vetsuisse-Rat erfordern, und welche Entwicklungen unabh√§ngig von ver√§nderten Rahmenbedingungen eingef√ľhrt werden k√∂nnen. Im Wesentlichen sind es diese Aspekte, welche die Fakult√§t beschliessen und zu denen sie zuhanden des Vetsuisse-Rates Antrag stellen sollte:

  • Erweiterung des Studiums um ein 6. Studienjahr
  • Neustrukturierung des 5. Studienjahrs in Abstimmung mit dem neuen 6. Studienjahr
  • Etablierung von externen Praktika in Zusammenarbeit mit praktizierenden Tier√§rztinnen und Tier√§rzten
  • Absichtserkl√§rung zur Anpassung der eidgen√∂ssischen Schlusspr√ľfung an die Ver√§nderungen des Curriculum

Weitere Aspekte der Projektarbeit kann die Fakult√§t zur Kenntnis nehmen und dr√ľber beschliessen, ob und in welchem Ausmass diese bei der kommenden Curriculum-Entwicklung ber√ľcksichtigt werden sollen:

  • Weiterentwicklung der Feedback-Kultur
  • Anpassung der Assessment-Formate an die angestrebten Kompetenzen
  • Einf√ľhrung von Studienleistungen in Form von Projekten
  • √úberarbeitung der Aktivit√§ten im Selbststudium und √úberpr√ľfung der Machbarkeit

Selbstverst√§ndlich sind f√ľr die Durchf√ľhrung eines zus√§tzlichen 6. Studienjahres, f√ľr weitere curriculare Inhalte und f√ľr zus√§tzliche formative Assessmentelemente mehr Ressourcen erforderlich. Der Bedarf an zus√§tzlichen Finanzmitteln war bereits bei der Erarbeitung des Grobkonzeptes erkannt worden, weshalb in der Mehrjahresplanung bereits zus√§tzliche Finanzmittel eingestellt und von den Universit√§ten bewilligt sind. Dieser Mehrbedarf konnte nun im Rahmen des Projektes konkretisiert und verifiziert werden. An welchen Stellen genau die zus√§tzlichen Mittel eingesetzt werden sollen, wird aber erst die Curriculum-Entwicklung ab 2019 genauer definieren k√∂nnen. Aus heutiger Sicht d√ľrften aber ausreichend Mittel eingeplant sein, um die Zielsetzungen des Curriculum 2020 auch erreichen zu k√∂nnen.

Nächste Schritte

In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse und Vorschl√§ge aufgrund der Diskussionen an der Open Space-Veranstaltung √ľberarbeitet. Auf dieser Basis wird sodann der Projektschlussbericht erstellt, der mit konkreten Fragen und Beschlussantr√§gen der Vetsuisse-Lehrkommission zugestellt wird. Diese wird diese am 13. November 2018 behandeln.

Anschliessend werden die Entscheide der Lehrkommission in den Schlussbericht eingearbeitet und dieser den beiden Standort-Fakultäten zu Diskussion und Beschluss im Dezember 2018 zugeleitet.

Schliesslich sollen Projektbericht und Anträge im Februar 2019 in der Vetsuisse-Fakultät und anschliessend im Vetsuisse-Rat behandelt und beschlossen werden.